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    Vino PV am Tuniberg | 2022-01

    Durch den Überbau von Wein mit PV-Anlagen soll Fläche gespart, Strom erzeugt und der Wein vor Klimawandelfolgen geschützt werden.

    Durch den Überbau von Wein mit PV-Anlagen soll Fläche gespart, Strom erzeugt und der Wein vor Klimawandelfolgen geschützt werden.
    Projektdaten  
    Projektname Vino PV am Tuniberg
    Projektnummer 2022-01
    Projektart Bau und Anwendung
    Projektträger Edgar Gimbel e. K.
    Laufzeit 01.11.2021 – 01.11.2024
    Fördersumme 149.970 €

    Agriphotovoltaik: bringt Stromerzeugung und Wein zusammen

    Das Projekt Vino-PV Munzingen am Tuniberg lässt sich dem Bereich Agriphotovoltaik (AGRI PV) zuordnen. Hierbei werden Reben mit einem Systemgestell überbaut, das mit speziellen lichtdurchlässigen Photovoltaikmodulen belegt ist. Dadurch erfolgt eine klassische Doppelnutzung des Geländes: Erzeugung von erneuerbarem PV-Strom und Weinbau. Zusätzlich schützen die PV-Module die Reben vor Frost, Hagel und Starkregen sowie die Trauben vor Sonnenbrand. Im besten Fall kann auf diese Weise auch der Erntezeitpunkt um ca. 2-4 Wochen nach hinten verschoben werden, sodass die Ernte zu einer kühleren Zeit im Jahr stattfinden kann und die Arbeitsbedingungen leichter werden.

    Warum braucht es Doppeltnutzung von landwirtschaftlichen Flächen?

    Gewohnte Landschaftsbilder werden in zunehmendem Maße durch den Ausbau von erneuerbaren Energien (EE) bestimmt. Dieser Trend wird sich auch zukünftig fortsetzen, da die Bundesregierung anstrebt, den Anteil der EE am Bruttoendenergieverbrauch von derzeit knapp 20 % auf 60 % im Jahr 2050 zu erhöhen (Quelle: Umweltbundesamt). Gleichzeitig soll zukünftig weniger landwirtschaftliche Nutzfläche anderweitig genutzt werden (z.B. durch eine Umnutzung für Siedlungs- und Verkehrsflächen oder durch Installation von Wind- und Solarparks). Zwischen 2008 und 2011 wurden täglich 81 ha landwirtschaftliche Nutzfläche in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt. 2030 sollen nur noch weniger als 30 ha pro Tag umgenutzt werden. Diese beiden Zielsetzungen - vermehrter Einsatz von EE und nachwachsenden Rohstoffen einerseits und Bewahrung landwirtschaftlicher Nutzflächen andererseits - bergen Interessenskonflikte und erhöhen den Nutzungsdruck auf den ländlichen Raum. Zusätzlich steht der Landwirtschaftssektor der Herausforderung gegenüber, sich an die im Zuge des Klimawandels ändernden lokalen Bedingungen anzupassen und Strategien zu entwickeln, um negative Auswirkungen auf Ernten zu vermeiden.

    Agri-PV, was hat der Wein davon?

    Der Weinbau ist schon heute von den Folgen des Klimawandels betroffen und sucht nach Lösungen, negative Auswirkungen der zunehmenden Globalstrahlung und Temperaturen in Mitteleuropa zu verhindern. Konkrete Herausforderungen sind der zu hohe Zuckergehalt der Trauben, bedingt durch höhere Globalstrahlung, was einen zu hohen Alkoholgehalt des Weins und einen damit einhergehenden Qualitätsrückgang zur Folge hat. Außerdem verschiebt sich der Erntezeitpunkt durch die wärmere Witterung in den regenreichen Spätsommer, was die Ernte erschwert. Ein Lösungsansatz für diese beiden Problembereiche könnte hierbei eine innovative, ressourceneffiziente Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Flächen sein. Die spezielle Systemtechnologie AGRI PV optimiert durch die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen unter Photovoltaik-Anlagen den Gesamtertrag dieser Fläche aus PV und Photosynthese.

    Aufbau des Projekts

    Im Rahmen des Projektvorhabens Vino-PV am Tuniberg soll eine AGRI PV Weinbauanlage am Tuniberg installiert werden. Der Bau der Forschungs- und Demonstrationsanlage wird sowohl durch die Stadt Freiburg als auch durch das Fraunhofer ISE und das Weinbauinstitut Freiburg begleitet. Im Anschluss folgen sowohl eine Akzeptanzforschung durch das Fraunhofer ISE als auch weinbauliche Forschung zu Rebenentwicklung und Pflanzenschutz sowie Weinqualität durch das Weinbauinstitut. Die Stadt Freiburg wird die Koordination der einzelnen Projektpartner sicherstellen und für die Öffentlichkeits- und Kommunikationsarbeit verantwortlich sein. Hierbei steht die Kommunikation mit Gremien (u.a. Gemeinde- und Ortschaftsrat), aber auch mit dem Landkreis über die Fachgruppe Umwelt im Vordergrund.

    Das Projektvorhaben besteht aus zwei wesentlichen Teilbereichen:

    1. Bau der Forschungs- und Demonstrationsanlage APV-Weinbau am Tuniberg

    2. Begleitende Kommunikation und Forschung

    • a. begleitende Öffentlichkeits- und Kommunikationsarbeit durch die Stadt Freiburg

    Wie oben beschrieben, rückt das Thema Agriphotovoltaik immer weiter in den Fokus. Einen theoretischen Ansatz zum Thema Agri-PV im Weinberg verfolgt das Förderprojekt Viti-Photovoltaik.

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