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energetisch optimiertes Pharma Center

Energieeffiziente Industriebauten sind bisher noch selten, eine der wenigen ist das neue Produktionsgebäude der August Faller KG in Binzen.

Die Pharmaindustrie, für die Faller umwelt- und klimafreundlich herstellt, stellt besonders hohe Anforderungen an Lüftung und Temperatur. Trotzdem spart das Faller PharmaServiceCenter etwa so viel CO2 ein, wie 130 Einfamilienhäuser ausstoßen.

2003 fertig gestellt, kombiniert das neue Gebäude auf intelligente Weise konventionelle Techniken um möglichst viel Energie zu sparen. Wie der Kuhstall bei einem kompakt gebauten Schwarzwaldhof, heizt bei Faller die Maschinenabwärme aus der Produktionshalle auch die ebenfalls im Neubau untergebrachte Verwaltung und Logistik. Besonders innovativ ist die Kombination von massiven Betonwänden und einer Industrieglasfassade. Die ungedämmte Gebäudefassade speichert Wärme und gibt sie an das Gebäude ab, die ungedämmte Bodenplatte lässt zu, dass das Erdreich im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Im Sommer kühlt die hinterlüftete Glassfassade den Beton. Auf diese Weise nutzt das Gebäude, das ein Kybernetiker energetisch optimierte, Volumen und Außenfläche außergewöhnlich effizient. Als Vorbild für ähnliche Industriebauten überzeugt das Servicecenter auch durch sein durchdachtes Design.

Die Fotografien sind urheberrechtlich geschützt, copyright R. Walti.

Projektdaten

Projektnummer 2003-10
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger August Faller KG, Waldkirch
Laufzeit Oktober 2002 bis Januar 2004
Zuschuss 70.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Einsatz einer voll-elektrischen Straßenkehrmaschine der 2m³-Klasse
Freiburg

Leise, emissionsarme Straßenkehrmaschine für Freiburg

Die Straßenkehrmaschinen der Abfall- und Stadtreinigung Freiburg (ASF) sind täglich unterwegs und halten die Stadt sauber. Die herkömmlichen, dieselbetriebenen Fahrzeuge sind aber laut und haben eine hohe CO2- und Schadstoffemission. Pro Jahr verbrauchen sie durchschnittlich 8.400 Liter Diesel. Ein Feldversuch der ASF erprobte deshalb eine vollelektrische und damit wesentlich leisere Kehrmaschine. Solche Maschinen sind bereits kommerziell erhältlich, wegen der teuren Akkus aber für die meisten Gemeinden noch nicht wirtschaftlich. Sind die höheren Anschaffungskosten jedoch gestemmt, liegen die Betriebskosten und Emissionswerte weit unter denen herkömlicher Fahrzeuge. So lassen sich mit einem einzigen Fahrzeug pro Jahr etwa 27 Tonnen CO2 einsparen. Eine ausführliche Dokumentation und Evaluation von Energieverbrauch, Reinigungsleistung, Geräuschemission, sowie den Betriebserfahrungen begleiteten das Projekt. Die Innovationsfondsförderung half, den Mehraufwand bei der Integration innovativer Technologien in bestehende Arbeitsabläufe und Kontexte zu kompensieren, und das Projekt übertragbar zu machen. Die Freiburger Kehrmaschine dient auch anderen Städten und Kommunen als Anschauungsobjekt. Bei Erfolg können sie nach und nach dieselbetriebene mit elektrischen Straßenkehrmaschinen ersetzen. 2011 erprobte die ASF bereits in einem weiteren Innovationsfondsprojekt ein Müllauto mit diesel-elektrischem Hybridbantrieb , das weiterhin im Einsatz ist. Stadtarbeiter und Anwohner loben regelmäßig den angenehm leisen Betrieb und die niedrige Abgasemisssion. Die Stadt Achern führt ein ähnliches Projekt mit einem elektrischem Müllsammelfahrzeug und elektrischen Geräten für die städtische Gartenpflege durch. Vier wesentliche Erkenntnisse: Die technische Funktionalität der eSKM im Innenstadtgebiet konnte bewiesen werden. alle Zielsetzungen wurden erfüllt. Die Einsparungen der Betriebskosten gegenüber einer konventionellen dieselbetriebenen Staßenkehrmaschine lag im Projektzeitraum bei 82%. Die CO2-Emmissionen konnten um rd. 25t/a gesenkt werden Die Mitarbeiter haben die technische Umstellung positiv angenommen

Biodiversität und regenerative Energie am Kahlenberg
Ringsheim

Biomasse aus der Landschaftspflege

Unterstützt vom Innovationsfonds, hat sich die Deponie Kahlenberg große Mengen an Grünschnitt an. Diese Biomasse aus der Landschaftspflege bleibt trotz einiger Pilotprojekte, beispielsweise in Bad Säckingen, oft noch ungenutzt. Als nachwachsender regionaler Rohstoff bietet diese Biomasse jedoch ein zusätzliches Potential zur nachhaltigen und klimafreundlichen Energieerzeugung. Das Zentrum Kahlenberg erstellt nun ein Konzept, in dem für verschiedene Grünflächen durch eine auf Artenvielfalt orientierte Landschaftspflege die Biodiversität verbessert, die dabei gewonnene Biomasse optimal geerntet, gelagert und in einem Biomassekessel verbrannt wird. Dabei trocknen die Betreiber die Biomasse konventionell (Trockenhalmgut) und verbrennen sie bedarfsgerecht in einer Anlage mit einer Leistung von 300 kW thermisch. Die erzeugte Wärme wird ins Ringsheimer Fernwärmenetz eingespeist. Durch moderne Filter und eine speziell an die Brennstoffeigenschaften angepasste Brennkesseltechnik liegen die Schadstoffemissionen deutlich unter den Grenzwerten. Anders als beim Vergasen von Biomasse, muss der Kessel nicht ständig laufen und kann den trockenen Brennstoff je nach Bedarf verfeuern. Die Verantwortlichen optimieren die Biodiversität von Grünflächen, verbessern Filter, Verbrennung und Lagerung der Biobrennstoffe und analysieren außerdem, wie sich der Mahdzeitpunkt auf die Brennstoffeigenschaften auswirken. In Zukunft kann Energie aus Biomasse die Energie aus der Deponiegasverwertung ersetzen, die in Zukunft durch die schwindenden Deponiegasmengen in immer kleineren Mengen anfällt. Das Projekt zeigt so innovative Wege auf, um Artenreichtum in heimischen Kulturlandschaften zu erhalten und zu erweitern, sowie nachhaltige Biomasse zu produzieren und hochwertig zu verwerten, ohne in Landwirtschaft oder Siedlungsplanung einzugreifen. Einen ergänzenden Überblick erhalten Sie durch die im Projekt entstandenen Infotafel (JPG, 1.5MB) .