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Fischfreundliche Wasserkraftanlage Steinach

Damit die heimischen Fischarten überleben können, ist es entscheidend, dass sie Flüsse passieren können, um beispielsweise zu ihren Laichgründen zu wandern. Zwar sind Wehre oder Wasserkraftwerke durch geänderte Vorschriften mittlerweile fischfreundlich gebaut, bisher lag der Fokus aber darauf, es den Fischen zu ermöglichen flussaufwärts schwimmen. Für viele Arten ist es jedoch genauso wichtig, dass sie wieder flussabwärts ins Meer gelangen.

Die Wasserkraftanlage Steinach der Stadtwerke Haslach berücksichtigt beide Komponenten. Den Fischabstieg ergänzt seit 2006 eine neuartige Rechenanlage, bei der ein umlaufendes Band aus Lochblechlamellen das Wasser passieren lässt und gleichzeitig die Fische nach oben zu einem Bypass transportiert.

Die Gewässerdirektion südlicher Oberrhein, welche den Bau wissenschaftlich begleitete, stellte fest, dass die Fische den Prozess unverletzt überstehen. Ein zusätzliches Bypasssystem, bietet beispielsweise Lachsen einen weiteren Weg, den Rechen zu umgehen. Außerdem reinigt die Anlage effizient und läuft wirtschaftlicher als konventionelle Rechen. Besonders für Flüsse, die wie die Kinzig Lebensraum für gefährdete Fischarten sind, bietet die Kombination aus Fischtreppe und Rollrechen eine interessante Option.

Projektdaten

Projektnummer 2004-10
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Gewässerdirektion südlicher Oberrhein
Laufzeit Bis Mai 2009
Zuschuss 35.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Sektorenkopplung im Kleinen - Optimierung der Energieeffizienz der Metzgerei Reichenbach auf Basis des Prinzips der "Sektorenkopplung"
Glottertal

Sektorenkopplung im Kleinen

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Wärme- und Stromversorgung von Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Zukunft - Intelligente Vernetzung, Erzeugung, Verbrauch und Nutzer über Smarthome-Anwendungen
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Smarthome Technologie im Mehrfamilienwohnhaus

Die Digitalisierung der Energiewende macht auch vor der Wärmeversorgung nicht Halt und kann in einer großen zentralen Wärmeerzeugungsanlage viel schneller und effektiver umgesetzt werden, als in vielen kleinen dezentralen Anlagen. Darüber hinaus wird die Sektorenkopplung, also die Kopplung zwischen Strom, Wärme und Mobilität den künftigen Erfolg der Energiewende bestimmen. Dezentrale Heizkraftwerke mit Wärmenetzen, Pufferspeichern und schnell regelbaren und kaskadierbaren Blockheizkraftwerken zur Stromerzeugung werden bei einer ganzheitlichen Betrachtung der Energiewende (Strom + Wärme) im Zeitalter der Digitalisierung unverzichtbar. Gleichzeitig hält die Digitalisierung auch im Bereich des privaten Wohnens aktiv Einzug. Neben der Optimierung des Energieverbrauchs zur Beheizung sowie zur Steuerung des Stromverbrauchs kommen zunehmend Aspekte der Sicherheit und Komfortansprüche in den Fokus der Nutzer. Diese beiden Welten zusammenzuführen, dieser Aufgabe möchte sich der Bauverein im Rahmen von diesem Pilotprojekts stellen. Basis dafür sind aktuelle Ansätze, wie sie z.B. die Flüwo - eine Wohnungsbaugenossenschaft in Stuttgart - in einem Pilotprojekt in Dossenheim verwirklich hat. Auf dieser Erfahrung aufbauend möchte die EVB gemeinsam mit dem Investor und Betreiber, dem Bauverein Breisgau eG ein neues Investitionsobjekt in Herbolzheim mit den aktuellen Möglichkeiten der Digitalisierung umsetzen. Partner neben dem Bauverein Breisgau eG und der Energieversorgungsgesellschaft Bauverein Breisgau mbH soll AHZ Engineering sein, die mit der Digitalisierung von Wohnprojekten und Wohn-/Gewerbeprojekten sehr große Erfahrungen aufweist. Ziel dieses Projekts ist es, die Digitalisierung, die im Rahmen der Umsetzung der Energiewende notwendig und sinnvoll ist, in Einklang zu bringen mit den Produkten, die über ein intelligentes Energiemanagement den Energieverbrauch (Wärme und Strom) senken, den Komfort der Bewohner steigern und dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis Rechnung tragen. Hierfür werden innerhalb des Projekts unterschiedliche Komponenten von digitalSTROM verbaut und auf ihre Anwendung untersucht.

Entwicklung und Bau einer Wasserkraftmaschine mit hohem Nutzungsgrad für bestehende Bauwerke im Abwasserbereich
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Innovative Wasserkraft für Kläranlagen

Abwasser zu reinigen ist energieintensiv und damit relativ teuer. Gleichzeitig bieten die rund 10.000 deutschen Kläranlagen mit ihrem komplexen Kanal- und Röhrennetz ein ungenutztes Wasserkraftpotential. Dieses blieb aber bisher aus technischen Gründen weitgehend ungenutzt, denn herkömmliche Wasserkraftanlagen eignen sich kaum für die besonderen Gegebenheiten einer Kläranlage. Dazu zählen unter anderem schwankende Abwassermengen und hohe Fallhöhen in engen Röhren von oftmals nur anderthalb Metern Durchmesser. Aufbauend auf zwei erfolgreichen Prototypen entwickelt die Ühlinger Firma Karl Kraus Maschinenbau - Umwelttechnik eine Wasserkraftanlage, die - an diese speziellen Erfordernisse angepasst - ohne bauliche Veränderungen eingebaut werden kann. Mehrere hintereinander geschaltete, oberschlächtige Wasserräder nutzen in den engen Röhren, Schächte und Kanälen die Wasserkraft optimal. Dabei ist besonders der ungestörte Wasserstrom in und zwischen den Wasserrädern ein Kernpunkt der Entwicklungen. Hergestellt aus rostfreiem Stahl, eignen sich die Wasserräder sowohl für gereinigtes als auch für Schmutzwasser. Sie sind mit besonderen Stauschildern ausgestattet, die unabhängig vom Wasserfluss immer die gleiche Staumenge halten. Kraus Maschinenbau testete ein solches System bereits auf kleinem Versuchsmaßstab und erprobt nun eine Pilotanlage in der Kläranlage Waldshut-Tiengen. Das Projekt analysierte, wie wirtschaftlich diese Anlage arbeitet und vergleichte Herstellungskosten mit den eingesparten Stromkosten, um möglichst kurze Amortisationszeiten zu erzielen. Kraus Maschinenbau rechnete mit einer Durchschnittsleistung von 2 kW pro Anlage oder einer jährlichen Stromerzeugung von ca. 16.000 kWh, da das Wasser konstant Tag und Nacht fließt. Für die ca. 10.000 deutschen Abwasserreinigungsanlagen mit ihrem etwa 540.000 Kilometer Kanalnetz bieten innovative Wasserkraftanlagen ein großes Potential, um den eigenen Strombedarf teilweise zu decken und so die Abwasserreinigung klimafreundlicher und wirtschaftlicher zu gestalten. Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt Das oberschlächtige Wasserrad ist bei stark schwankenden Wassermengen zwischen 1l/s und 200l/s und Fallhöhen über 1 Meter wohl die beste Lösung zur Stromerzeugung aus Abwasser. Trotz Konstruktionshilfen in Form von Formeln, Skizzen und Fachliteratur sind die praktischen Versuche insbesondere zur Verkleinerung der Geometrie der Raddurchmesser unverzichtbar. Der Innovationsfonds ist besonders für kleine Unternehmen ein einzigartiges Instrument , damit eine zukunftsweisende Idee in ein reales Projekt umgesetzt werden kann.