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Freiburger CO2- Diät

Was kann ein Einzelner dagegen tun, dass das Klima immer wärmer wird? Bei dieser Frage hilft die Freiburger CO2-Diät, bei der das Umweltschutzamt in Zusammenarbeit mit Energieberatern, Architekten und Handwerkern konkrete Hinweise gibt, wie jeder Tag für Tag dazu beitragen kann, das Klima zu schützen.

Im ersten Schritt schärfen sie dafür das Bewusstsein, wie viel CO2 ein Mensch am Tag, sei es unterwegs im Auto oder daheim beim Kochen, überhaupt produziert. Mit dem ‚persönlichen CO2-Fußabdruck’ können Interessierte das für die Bereiche Mobilität, Konsum, Wohnen und Ernährung bereits seit Sommer 2007 online auf der Homepage berechnen.

Nach der Analyse stellt die zweite Komponente ‚Bewusst Handeln’ ein Paket aus Tipps und Informationen vor, die helfen, den Alltag klimafreundlicher zu gestalten. Adresslisten wie die Grünen Seiten Freiburg mit Energieberatern, Handwerkern oder Secondhandläden gehören ebenso dazu wie Informationen zu Radwegen, dem öffentlichen Nahverkehr oder zum klimafreundlichen Einkaufen. Eine Aktionsplattform stellt besonders vorbildliche Projekte vor, die die Stadt beim Wettbewerb für erfolgreiche CO2-Sparer prämiert.

Nicht alle Quellen, die CO2 verursachen, lassen sich einfach beseitigen. Deshalb bietet die Stadt im letzten Baustein umweltbewussten Bürgern an, ihre CO2-Emissionen auszugleichen, indem sie in einen Fond einzahlen. Dieser unterstützt klimafreundliche Projekte, unter anderem ein kleines Wasserkraftwerk in Honduras und ein Biomassekraftwerk in Indien, das Kleinbauern mit Ernteresten aus dem Senfanbau beliefern.

Projektdaten

Projektnummer 2007-03
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Stadt Freiburg, Umweltschutzamt
Laufzeit bis Juni 2009
Zuschuss 39.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

"Die Gläserne Baustelle"
Teningen

Gläserne Baustelle demonstriert Sanierungstechnik

Zwar sind Energiespartechniken im Bausektor mehr und mehr in den Medien präsent, vielen ist aber noch nicht bewusst, wie sehr man bei Altbauten Energie einsparen kann. Auch dass Bund und Länder mit Zuschüssen und vergünstigten Krediten bei den Baumaßnahmen helfen, ist oft nicht bekannt. An einem sanierungsbedürftigen Gebäude in Teningen, das Handwerker und Experten in ein energieeffizientes Haus umbauten, richtete die Energieagentur Regio Freiburg gemeinsam mit dem Landkreis Emmendingen deshalb eine ‚gläserne Baustelle’ ein. Während der Bauzeit bot das Projekt Vorträge auf der Baustelle an, danach veranstaltete die Energieagentur mehrtägige Fortbildungsseminare zu Themen wie Energieausweis oder innovative Heiztechnik und erstellte eine Filmdokumentation auf DVD. Gleichzeitig informiert die projekteigene Webseite über die Fortschritte. Interessierte finden dort auch Links und Literatur zum Thema energieeffizient Sanieren sowie eine Liste mit Energieberatern aus der Region. Nachdem ein Energiegutachten den Bedarf des Gebäudes festgestellt hatte, dämmten Handwerker beispielhaft die Außenwände und den Keller und setzten Energiesparfenster ein. Neue Balkone und eine kontrollierte Lüftungsanlagen in Küchen und Bädern werten die Gebäude auch für die Mieter auf. Eine Photovoltaikanlage liefert 15.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr. Das renovierte Haus spart pro Jahr 15.000 Kilowattstunden Erdgas ein, was 70 Prozent des bisherigen Verbrauchs ausmacht. Indem sie energieeffizientes Sanieren am praktischen Beispiel demonstriert und die Ergebnisse aktiv einer breiten Öffentlichkeit vermittelt, ist die ‚gläserne Baustelle’ ein weit über Teningen hinaus wirkendes Beispiel für Hausbesitzer, Handwerker und Architekten. Mehr Informationen auf der Homepage der gläsernen Baustelle .

Blickpunkt Kahlenberg - Errichtung eines Informations- und Umweltbildungszentrums
Ringsheim

Infozentrum Blickpunkt Kahlenberg

Weil die deutsche Abfallordnung seit 2005 vorschreibt, Müll nicht mehr unbehandelt zu deponieren, gehen konventionelle Mülldeponien außer Betrieb. So auch die Deponie Kahlenberg bei Ringsheim. Sie hat sich den letzten Jahren von einem herkömmlichen Mülllagerplatz zum Naherholungsgebiet gewandelt. In Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen wie dem BUND und dem NABU entstand auf dem 120 Hektar großen Gelände ein Biotop für verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter die Gelbbauchunke oder die Heidelerche. Gleichzeitig betreibt der Zweckverband Abfallentsorgung Kahlenberg (ZAK) dort eine innovative mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage. Mit einer höheren Energieausbeute als konventionelle Anlagen gewinnt sie – flexibel an die jeweiligen Abfallstoffe angepasst – Biogas und Ersatzbrennstoffe und stößt auf großes nationales und internationales Interesse. Um diese umweltfreundliche Technologie besser vermarkten zu können und die Fortschritte des Biotopprojektes zu präsentieren, errichtete der ZAK auf dem Kahlenberg ein Informations- und Umweltbildungszentrum. Es richtet sich dementsprechend an zwei Besuchergruppen: An Experten für Entsorgungstechnik sowie an Vereine, Schüler und Familien, die sich bei einem Ausflug über Naturthemen informieren wollen. Das neue Gebäude bietet Raum für Vorträge, die das neue Verwertungsverfahren der Fachwelt vorstellen. Eigene und externe Experten zeigen außerdem bei Exkursionen oder in Projektgruppen Geschichte und Besonderheiten des Biotops und vermitteln, wie man Abfall effektiv vermeidet und verwertet. In Deutschland steht in den nächsten Jahren die Schließung von etwa 300 Mülldeponien an. Der Kahlenberg, der seine Müllverwertungstechnologie vorbildhaft in eine Biotoplandschaft einbindet, bietet hierfür ein nachahmenswertes Modell. Mehr Informationen liefert die Homepage des ZAK Kahlenberg0 , sowie ein Folgeprojekt zur Verwertung von Biomasse.

Informationsplattform pfluglose Bodenbearbeitung
Freiburg

Internetplattform pfluglose Bodenbearbeitung

Pfluglose Bodenbearbeitung ist in Deutschland immer noch relativ ungebräuchlich. Während Landwirte weltweit etwa ein Drittel der Anbauflächen im Direktsaatverfahren bestellen, sind es in Deutschland nur 1, 5 Prozent. Dabei bieten pfluglose Verfahren wirtschaftliche wie ökologische Vorzüge. Weil weniger Maschinen im Einsatz sind, verringern sich Produktionskosten und Arbeitseinsatz. Darüber hinaus sparen die Landwirte Treibstoff und verringern den CO2-Ausstoß. Der größte Vorteil pflugloser Verfahren liegt darin, dass sie kaum in das Ökosystem Boden eingreifen. Das verringert die Erosion und verbessert Bodenstruktur und Befahrbarkeit. Mehr Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen besiedeln das Erdreich, in dem ein stabiles Porensystem entsteht. Neben einem verbesserten Abbau von Pflanzenresten, kann der Boden mehr Wasser speichern, so dass weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt. Anders als beim herkömmlichen Pflügen wäscht auch kaum Humus in die Gewässer aus, wo es Bakterien sonst zu klimaschädlichem Methan abbauen. Weil mehr Pflanzenreste im Boden verbleiben, bindet er mehr Kohlenstoff und verhindert so, das CO2 in die Atmosphäre gelangt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt durch den Anbau von Zwischenfrüchten, die bei der pfluglosen Methode üblich sind. Sie versorgen den Boden außerdem mit Nährstoffen, so dass weniger Dünger nötig ist. Um die pfluglosen Methoden bekannter zu machen und gängige Vorurteile zu Ertrag oder Aufwand aufzuklären, entstand eine internetbasierte ‚Informationsplattform Pfluglose Bodenbearbeitung am Oberrhein’ in Zusammenarbeit mit der Freiburger Agentur für nachhaltige Nutzung von Agrarlandschaften (ANNA), der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, des grenzüberschreitenden Instituts zur rentablen umweltgerechten Landbewirtschaftung (ITADA) sowie des landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg. Mit einem ständig aktualisierten Archiv, das die bestehende Forschung strukturiert, einer Literatur- und einer Adressdatenbank gibt die neue Informationsplattform schnell und einfach Auskunft über Methoden, Förderprogramme, Beratungsstellen oder Betriebe. Die Datenbank, die sich an Landwirte ebenso richtet wie an Maschinenhersteller oder Wissenschaftler, bietet die Grundlage dafür, umweltverträglicheren Landbearbeitungsmethoden einen prominenteren Stellenwert zu verschaffen. Mehr Informationen auf der Webseite des Projekts