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Holzvergaser für die Nudelproduktion

Der Geflügelhof Zapf, ein nach Ökostandards produzierender Familienbetrieb bei Gengenbach, stellt wöchentlich rund 350.000 Eier und je anderthalb Tonnen Nudeln und Spätzle her. Um noch umweltfreundlicher produzieren zu können, stellte der Hof seine energieintensive Produktion auf neuartige Holzvergaser um. Unter Hitze wandeln die Anlagen Holzhackschnitzel in ein Brenngas um und nutzen so die im Holz vorhandene Energie effizienter. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und beliebt in Kriegszeiten, erprobten in den letzten Jahren einige Pilotprojekte Holzvergaser als Option für erneuerbare regionale Rohstoffe. Am Geflügelhof Zapf sind die Vergaser wärmegeführt, richten sich also danach, wie viel Wärmeenergie der Betrieb zum Kühlen und Heizen benötigt. Eine Resorptionsanlage wandelt Wärmeenergie in Kälte um und bildet zusammen mit den Holzvergasern ein flexibles Wärme- und Kältenetz, das auf verschiedenen Temperaturstufen den Hennenbetrieb wärmt, Energie liefert für die Nudeln- und Spätzleproduktion und die Produkte schließlich kühlt. Außerdem trocknet die Abwärme der Holzvergaser in einem automatisierten Silo die Hackschnitzel und versorgt den Hof mit Heizwärme.

Im Rahmen eines weiteren Innovationsfondsprojektes erstellt die Hochschule Offenburg ein Managementsystem für das komplexe Energienetz und evaluierte die Ergebnisse. Das innovative System demonstriert, wie kleine und mittelständische Betriebe mit hohem Energiebedarf auf umweltfreundliche Techniken umstellen können.

Projektdaten

Projektnummer 2012-07
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger G.+M. Zapf Energie GbR
Laufzeit Mai 2012 bis Ende 2014
Zuschuss 250.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Pilotprojekt Flächendeckendes KlimaControlling in Kirchen
Freiburg

Besseres Klima für Kirchen

Kirchen energieeffizient zu heizen und zu lüften ist schwierig. Geheizt werden sie meist nur punktuell zu Gottesdienstzeiten und kühlen ansonsten, besonders im Winter, stark aus. Diese Schwankungen bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit setzen der Inneneinrichtung und besonders Gemälden oder Kunstgegenständen zu und können zu Schimmelbefall in der Orgel führen. In der Region Südbaden beschäftigen sich die Firma econzept und die Erzdiözese Freiburg schon seit 2006 mit dieser Herausforderung und erstellten in zwei vom Innovationsfonds geförderten Projekten Konzepte für eine optimale Lüftung und Heizung. Grundlage waren jedoch meist nur kurzfristige oder punktuelle Messungen, die langfristige Entwicklungen nicht abbildeten, oder aufwändige und teure Jahresklimamessungen. Das Folgeprojekt entwickelt deshalb ein kostengünstiges automatisiertes Mess- und Auswertungssystem, das den Hausmeistern oder Mesmer kritische Zustände meldet und so ein schnelles und einfaches Eingreifen möglich macht. Die Messgeräte sind leicht zu installieren und senden die Daten drahtlos an das Auswertungsprogramm, das für die Nutzer als laienfreundliches Webportal zur Verfügung steht. Besteht Handlungsbedarf alarmiert das System die Nutzer per Email oder SMS. Mit diesen Informationen können die Verantwortlichen langfristig ihre Heizstrategien optimieren. Zunächst entwickeln die Projektpartner das Messsystem an rund 150 Kirchen in Südbaden, die entweder schon Teil der vorherigen Projekte waren oder spezifische Schimmel- oder Feuchtigkeitsprobleme haben. Nach Projektabschluss bietet sich das System an für die rund 45.000 Kirchengebäude in Deutschland, ebenso wie für Gebäude mit ähnlich stoßartiger Nutzung, wie beispielsweise Festsäle oder Vereinsheime. Das Projekt wurde nach der Bewilligung zurückgezogen