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nachhaltiges Heizsystem für innerstädtisches Baugebiet

Das Siedlungswerk Stuttgart steht für ganzheitliche, ökologische Energiekonzepte, die lokale Energiequellen gezielt nutzen und so immer wieder Vorzeigeprojekte schaffen. Das ist auch beim Neubau von 150 Wohnungen im Projekt ‚Wohnen am Schlossberg’ gelungen. Bei diesen Häusern, die ohnehin schon hervorragend isoliert sind, senkt ein innovatives Heizsystem den Energieverbrauch noch einmal beträchtlich. Zum Einsatz kommt eine an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Kombination von Holz- und Wasserheizung. Sie nutzt den auf dem Gelände vorhandenen Brunnen gleich doppelt, zum einen als Wärmequelle für die elektrische Wärmepumpe, zum anderen um im Sommer mit Grundwasser zu kühlen. Holzpelletkessel liefern zusätzlich Wärme.

Ein spezielles 4-Leiternetz ermöglicht es, die unterschiedlichen Anforderungen zu vereinen. Weil die Wärmepumpe niedrige Systemtemperaturen braucht, sind für Heizen und Kühlen zwei Niedertemperaturleitungen zuständig. Zwei weitere Leitungen versorgen die Wohnungen mit Warmwasser. Eine kleine Wasserkraftschnecke im angrenzenden Gewerbekanal liefert den nötigen Strom.

Mit dieser innovativen Kombination von Technologien liegt der Primärenergiebedarf bei nur 136 Megawattstunden pro Jahr. Noch beeindruckender ist die Kohlenstoffdioxidbilanz: Mit nur 25 Tonnen pro Jahr, das sind 90 Prozent weniger als bei einer herkömmlichen Gasbrennwertheizung, liegt der CO2-Ausstoß außergewöhnlich niedrig.

Die Firma EGS-Plan erstellte das Energiekonzept (PDF, 205KB) (PDF 210,6 kB)

Projektdaten

Projektnummer 2008-16
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Siedlungswerk Stuttgart
Laufzeit bis Dezember 2012
Zuschuss 235.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

CO2-freier Schulanbau
Freiburg

CO2 freies Schulgebäude

An der Freien Christlichen Schule in Freiburg entstand ein Neubau, der mit erneuerbare Energien Technologie eden Energiebedarf CO2-frei deckt. Mit Erd- und Solarwärme sowie einer automatisierten Lüftungsanlage enstand so ein effizientes System aus weitgehend bewährten Technologien. Im Winter erwärmen Erdwärmetauscher und eine Solaranlage die Luft im Heizsystem, im Sommer kühlt das Erdreich diese. Die Lüftungsanlage nutzt außerdem die Wärme aus der verbrauchten Luft. Die Fernwärmeversorgung der badenova in Landwasser, betrieben mit Deponie-und Biogas liefert die restliche Energie. Ein automatisiertes System steuert Wärme und Kälte je nach Bedarf und sorgt so für ein stets angenehmes Raumklima. Mit einem umfangreichen Monitoring verfolgten die Verantwortlichen Verbrauch und Bedarf und veröffentlichen die Ergebnisse in schulinternen und öffentlichen Veranstaltungen. Pro Jahr spart die Schule 26 Tonnen CO2 ein und demonstriert den 600 Schülern klimaschonende Technologien. Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt Es gibt grundsätzlich durchaus Möglichkeiten zukunftsfähig und dennoch wirtschaftlich zu bauen. Aber es ist klar, dass für eine erfolgreiche Umsetzung solcher „Ideen“ durchdachte Konzepte, projektspezifische Planungsleistungen, sorgfältige Ausführung und ein kontinuierlich überwachter Betrieb sowie deren Auswertung und Umsetzung Hand in Hand gehen müssen. Aus Bauherrensicht stellen wir fest, dass sich der Mehraufwand für die Erarbeitung, Prüfung und Entscheidung der verschiedenen Konzepte, erhöhten Investition und das aufwendige Monitoring durch die bereits jetzt schon sichtbaren Ergebnisse auf jeden Fall gelohnt hat. Eine weitere Erkenntnis ist, dass eine gewisse Flexibilität notwendig ist, um sich während der Planungs-, Ausführungs- und Betriebsphase neuen Gegebenheiten anzupassen und sicherlich eine Bereitschaft Kompromisse einzugehen.

CARLATRAIN
Kenzingen

CARLATRAIN - Fahrradanhängerzug

Erster Fahrradanhängerzug für die Straße. Anhängerzüge, bei denen mehrere Anhänger hintereinander geschalten werden, gibt es schon seit langem. In diesem Projekt soll dies jedoch auch für Fahrräder realisiert werden. Diese elektromotorisierten Fahrradanhängerzüge sollen einen nachhaltigeren Lastentransport ermöglichen. Das Unternehmen CARLA CARGO Engineering GmbH stellt seit nunmehr fünf Jahren erfolgreich Lastenfahrradanhänger her und vertreibt diese weltweit. Neben nichtmotorisierten Lastenfahrradanhängermodellen vertreibt die Firma CARLA CARGO Engineering GmbH auch verschiedene elektromotorisierte Modelle. Mithilfe der Unterstützung aus dem badenova-Innovationsfonds konnte 2018 die smarte Motorsteuerung auf den Weg gebracht werden und gemeinsam mit dem Fraunhofer IPM 2020 zu einem Vorserienprodukt abgeschlossen werden. Die smarte Motorsteuerung ermöglicht nun ein Anschließen des elektromotorisierten Fahrradanhängers gänzlich ohne zusätzliche Installation von Sensoren an einem Fahrrad. Der Fahrradanhänger an sich erkennt anhand der Bewegungen in der Auflaufbremse selbstständig, wann die Motorunterstützung gebraucht wird. Dies ermöglicht unter anderem den Betrieb von mehreren smarten motorunterstützen Fahrradanhängern in einer Art „Fahrradanhängerzug“, der in diesem Projekt genauer auf seine Anwendbarkeit untersucht werden soll. Es existieren auf dem Markt natürlich ähnliche Konzepte von Anhängerzügen jeglicher Art. Im Bereich Fahrrad wäre dies jedoch komplett neu. Sollte es gelingen, beim abschließenden Arbeitspaket bis zu 4 Anhänger in Folge mit einem durchweg positiven Feedback einzusetzen, handelt es sich (unserer Meinung nach) um einen weltweit einzigartigen Beweis dafür, dass Logistik und Transport jeglicher Art auf Grundlage von Fahrrädern völlig neu gedacht werden kann. Theoretisch sind hier Zuladungen von bis zu 600 kg / 6 m³ denkbar. Da neben klimatischen Vorteilen auch wirtschaftliche Vorteile durch zum Beispiel bessere Zugänglichkeit im urbanen Raum gegeben sind, wird der Einsatz von aktuellen auf Verbrennungsmotoren basierenden, großvolumigen Fahrzeugkonzepten stark in Frage gestellt. Wir schätzen den Energieverbrauch eines solchen „Fahrradanhängerzugs“ als extrem effizient im Vergleich zu den sonst üblichen Methoden ein. Einige kleinere Versuchsreihen konnten schon jetzt zeigen, dass trotz der Länge des „Fahrradanhängerzugs“ immer noch eine hohe Wendigkeit besteht. In einer weiteren Erprobungsphase gilt es, herauszufinden, inwieweit ein „Fahrradanhängerzug“ technisch im Straßenverkehr funktional ist und welche wirtschaftlichen Vorteile möglich sind. Außerdem soll untersucht werden, ob durch das Konzept ein höherer klimafreundlicher Impact geleistet werden kann und wie die Reaktion der Bevölkerung im Straßenverkehr auf einen Fahrradanhängerzug ist.