Zurück zur Übersicht

Neue Ausbildungskonzepte im Ökolandbau

Weil die Nachfrage nach nachhaltig erzeugtem Obst und Gemüse seit Jahren steigt, überlegen sich viele Landwirte auf ökologischen Anbau umzusteigen. Gleichzeitig hat die Landwirtschaft immer noch ein Nachwuchs- und Imageproblem. Unter anderem fehlt es auch an Ausbildungsgängen, die sich auf Produktions- und Vermarktungskonzepte in der nachhaltigen Landwirtschaft konzentrieren.

Diesem Themenkomplex nahm sich ein Seminarkurs der Max-Weber-Schule in Freiburg an. Ziel der 12.-Klässler des Wirtschaftsgymnasiums war es, einen Lehrplan für die berufliche Ausbildung im Ökolandbau zu erstellen und damit den Beruf attraktiver und einkommenssicherer zu machen. Die Schüler beschäftigten sich mit Fragen wie der geeigneten Unternehmensform und -führung, den speziellen Anforderungen und Reglementierungen im Ökolandbau, sowie damit, wie Landwirte ihre Produkte am besten vermarkten. Hierfür arbeitete die Schule mit landwirtschaftlichen Betrieben, dem Umweltbundesamt sowie landwirtschaftlichen Verbänden zusammen.

Indem sie eine angemessene Ausbildung anregt, trägt die Max-Weber-Schule dazu bei die ökologische Landwirtschaft langfristig auf dem deutschen und europäischen Markt zu verankern.

Projektdaten

Projektnummer 2011-09
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Max-Weber-Schule Freiburg
Laufzeit September 2010 bis Juli 2011
Zuschuss 1.415

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Solarthermie-Initiative Freiburg mit Pilotprojekt "Klimafreundliche Wärmeversorgung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus-Ensembles mit innovativer Solarthermieanlage"
Freiburg

Solarthermie-Initiative Freiburg. Solarthermie in denkmalgeschützten Gebäudekomplexen

Das hinter der Energiewende vor allem auch eine Wärmewende steckt, wird oftmals noch ausgeblendet. Die Stadt Freiburg und der Bauverein Braisgau eG haben dies in den Mittelpunkt ihres Projektes gestellt und gehen zukunftsweisend vorran. In Mehrfamilienhäusern werden solarthermische Anlagen zur Unterstützung der Heizanlagen noch selten genutzt. Mit einem Pilotprojekt machte die Freiburger Solarthermie-Initiative diese bewährte Technik einem weiteren Publikum bekannt und zeigte Wege auf, um Energie und Kosten zu sparen und Investitionshemmnissen zu überwinden. Dazu sanierten die Stadt Freiburg zusammen mit dem Bauvereins Breisgau eG und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ein denkmalgeschütztes Gebäude als Modellprojekt, an dem sie verschiedene Techniken und Herangehensweisen demonstrierten. Die Etagenheizungen des fast hundertjährigen Freiburger Gebäudekomplexes in der Emmendinger Straße wurden im Laufe des Projektes durch eine zentrale und klimafreundliche Anlage ersetzt. Auf etwa 200 Quadratmetern Dachfläche installieren sie Solarkollektoren, die optimal in die historische Architektur integriert werden. Ein Mikrowärmenetz verteilt die Heizwärme auf die zehn Häuser. Um auch den restlichen Wärmebedarf möglichst ökologisch bereit zu stellen wurde ergänzend ein BHKW installiert und in das Gesamtsystem integriert. Dies ermöglicht durch einen eigens hierfür aufgesetzten Mieterstromvertrag die überwiegende Mehrheit an Wohnungen neben der Wärmeversorgung auch mit eigenerzeugtem Strom zu versorgen. Das Fraunhofer ISE begleitete die Bauarbeiten, analysierte die Solarerträge und bietet Lösungen für anfallende Probleme. Aus diesen Daten erstellten die Wissenschaftler anschließend Empfehlungen für Handwerksbetriebe sowie für Hausbesitzer, die eine solarthermische Anlage in Erwägung ziehen. Dies war Teil des zweiten Projektschrittes, der die rechtlichen, systemtechnischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte auf allgemeiner Ebene analysierte und in verschiedenen Veranstaltungen und Publikationen einer breiten Öffentlichkeit vermittelte. Hausbesitzer und Handwerker konnten so erfahren, unter welchen Bedingungen sich eine solarthermische Anlage lohnt, wie sich diese am besten in bestehende Gebäudestrukturen einbinden lässt und welche Vorteile sich für Mieter und Vermieter ergeben. Die neue Solarthermieanlage in der Emmendinger Straße wird pro Jahr etwa 80 MWh Wärme erzeugen, damit 10.000 m3 Erdgas ersetzen und so etwa 20 Tonnen CO2 einsparen. Darüber hinaus leisten die Projektpartner wichtige Vorarbeit, um wie geplant bis 2020 17% des Raumwärmebedarfs in Freiburger Wohngebäuden aus erneuerbaren Energien zu decken. Weitere Informationen können Sie dem beigefügten Abschlussbericht entnehmen. Drei wesentliche Erkenntnisse: Die Ausstattung einer Wohnungsübergabestation hat entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Solarthermienutzung. Wesentlich ist ein temperaturge-steuerten Regler, sodass die Rücklauftemperatur im Primärkreis auch bei kurzzeitigen Zapfvorgängen konstant niedrig und damit die Temperatursprei-zung im Speicher hoch gehalten werden kann. Solarthermie und BHKW können sich gut ergänzen. Insbesondere im Sommer bot die Kombination der beiden Wärmequellen Vorteile, da der Heizkessel hier so gut wie vollständig außer Betrieb war. Dadurch wird ein ineffizient hohes Takten des Kessels vermieden, was sonst für diesen Zeitraum typisch ist. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Funktionieren des Gesamtsystem und Erreichen der Sollwerte war die vollständige regelungstechnische Vernetzung von Solarthermie, BHKW und Kesselanlage sowie des hydraulischen Netzes mit Pumpen, Ventilen und Fernüberwachungssystem.

Lahrer Klimaschutz-Treuepunkte Aktion
Lahr

Klimaschutz-Treuepunkte für Lahr

Bonusprogramme, bei denen Punkte nach einiger Zeit in Prämien umgetauscht werden, gibt es schon viele. In einem einjährigen Projekt wurde nun erstmals ein Kundenbonusprogramm entwickelt, das den Klimaschutz zum Ziel hat und in Lahr zum Testeinsatz gekommen ist. Je nach Einkaufswert erhalten die Kunden bei teilnehmenden Geschäften Bonuspunkte für klimafreundliche Prämien, beispielsweise Gutscheine für den öffentlichen Nahverkehr, Kompensation einer bestimmten Menge CO2 oder Gutscheine für regionale Produkte und Aktionen. In der Pilotphase, deren Zeitraum während der Projektlaufzeit konkretisiert wird, analysiert das Projekt die Reaktionen von Kunden und Geschäften und etabliert einen reibungslosen Ablauf. Langfristig hoffen die Initiatoren, das Projekt durch gewonnene Erkenntnisse zu einem stetigen Angebot zu gestalten und auf die gesamte Ortenauregion auszuweiten. Die Klimaschutz-Treuepunkte fördern das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und unterstützen durch eine stärkere Bindung der Kunden den regionalen Einzelhandel. Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt Teilnahmebereitschaft vorhanden – Sowohl bei den Händlern und Gastronomiebetreibern als auch bei den Konsumenten ist eine grundsätzliche Teilnahmebereitschaft vorhanden. Eine persönliche Vorstellung des Projektsgegenüber den Händlern sowie ein persönlicher Hinweis seitens des Händlers zum Kunden sind jedoch erforderlich. Kostenlos und langfristig – Die Teilnahmemöglichkeit muss für die Händler unentgeltlich und der Sammelzeit dauerhaft (mind. 12 Monate) angelegt sein. Einkurzes Programm, insb. zur Chrysanthema und in der Weihnachtszeit schafft mehrAufwand als Nutzen. Gewinnspiel und Spende als Prämien – Die für die Sammelnden interessantesten Prämien sind die Teilnahme an einem Gewinnspiel mit hochwertigen Preisen sowie eine kleine Spende (1€) an ein Klimaschutzprojekt.

Informationsplattform pfluglose Bodenbearbeitung
Freiburg

Internetplattform pfluglose Bodenbearbeitung

Pfluglose Bodenbearbeitung ist in Deutschland immer noch relativ ungebräuchlich. Während Landwirte weltweit etwa ein Drittel der Anbauflächen im Direktsaatverfahren bestellen, sind es in Deutschland nur 1, 5 Prozent. Dabei bieten pfluglose Verfahren wirtschaftliche wie ökologische Vorzüge. Weil weniger Maschinen im Einsatz sind, verringern sich Produktionskosten und Arbeitseinsatz. Darüber hinaus sparen die Landwirte Treibstoff und verringern den CO2-Ausstoß. Der größte Vorteil pflugloser Verfahren liegt darin, dass sie kaum in das Ökosystem Boden eingreifen. Das verringert die Erosion und verbessert Bodenstruktur und Befahrbarkeit. Mehr Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen besiedeln das Erdreich, in dem ein stabiles Porensystem entsteht. Neben einem verbesserten Abbau von Pflanzenresten, kann der Boden mehr Wasser speichern, so dass weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt. Anders als beim herkömmlichen Pflügen wäscht auch kaum Humus in die Gewässer aus, wo es Bakterien sonst zu klimaschädlichem Methan abbauen. Weil mehr Pflanzenreste im Boden verbleiben, bindet er mehr Kohlenstoff und verhindert so, das CO2 in die Atmosphäre gelangt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt durch den Anbau von Zwischenfrüchten, die bei der pfluglosen Methode üblich sind. Sie versorgen den Boden außerdem mit Nährstoffen, so dass weniger Dünger nötig ist. Um die pfluglosen Methoden bekannter zu machen und gängige Vorurteile zu Ertrag oder Aufwand aufzuklären, entstand eine internetbasierte ‚Informationsplattform Pfluglose Bodenbearbeitung am Oberrhein’ in Zusammenarbeit mit der Freiburger Agentur für nachhaltige Nutzung von Agrarlandschaften (ANNA), der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, des grenzüberschreitenden Instituts zur rentablen umweltgerechten Landbewirtschaftung (ITADA) sowie des landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg. Mit einem ständig aktualisierten Archiv, das die bestehende Forschung strukturiert, einer Literatur- und einer Adressdatenbank gibt die neue Informationsplattform schnell und einfach Auskunft über Methoden, Förderprogramme, Beratungsstellen oder Betriebe. Die Datenbank, die sich an Landwirte ebenso richtet wie an Maschinenhersteller oder Wissenschaftler, bietet die Grundlage dafür, umweltverträglicheren Landbearbeitungsmethoden einen prominenteren Stellenwert zu verschaffen. Mehr Informationen auf der Webseite des Projekts