Zurück zur Übersicht

Niedrigenergiehausstandard durch optimale Sanierung

Im Stil der 60er Jahre gebaut, entsprechen die zwei Wohnhäuser in der Albert-Förderer und Tramplerstraße nur Energieklasse E. Der nur teilweise gedämmte Dachstuhl war eine der Problemzonen, welche die Heiz- und Energiekosten in die Höhe trieben. Deshalb sanierte die städtische Wohnungsbaugesellschaft Lahr beide Häuser, die nun in der Energieklasse A liegen. In Zahlen ausgedrückt verbrauchen sie 65 Prozent weniger Energie, womit der CO2-Ausstoß von 156 Tonnen auf 57 Tonnen im Jahr fällt.

Nachdem die Energieagentur RegioFreiburg den Energiebedarf der Gebäude ermittelt hatte, begannen im Frühjahr 2005 die Bauarbeiten. Besser gedämmte Außenwände und isolierte Fenster vermeiden, dass Heizwärme verloren geht. Die Wärme liefern Gasbrennwertheizungen während eine thermische Solaranlage die Gebäude mit warmem Wasser versorgt.

Angesichts steigender Energiekosten, empfand es die Stadt auch als soziale Pflicht, die so genannte ‚zweite Miete’ für die Bewohner zu senken. Mit Erfolg: Während bundesweit 2006 die Energiekosten pro Quadratmeter auf über einen Euro gestiegen waren, entfällt künftig für die beiden Lahrer Häuser der Mietaufschlag.

Als Vorzeigeobjekt dokumentiert das Projekt nicht nur die Bauarbeiten, sondern misst und analysiert kontinuierlich die Verbrauchswerte der Gebäude für die projekteigene Internetseite. Zusätzlich können Interessierte beispielsweise der Volkshochschule Lahr oder der FH Offenburg das Projekt besichtigen. Mit dieser Öffentlichkeitsarbeit erreicht das Projekt ein großes Publikum und ist Beispiel dafür, wie Städte und Privatleute auch bei Altbauten wesentlich Energie sparen können.

Projektdaten

Projektnummer 2007-02
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Städtische Wohnungsbau GmbH, Lahr
Laufzeit bis Dezember 2008
Zuschuss 236.095

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Ein Batterie-Kleinspeicher für Balkon-Solaranlagen - Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von Mikro-PV-Anlagen
Offenburg

Mikro-PV-Anlage mit Batterie-Kleinspeicher

Mikro-PV-Anlagen sind kleine Solaranlagen bestehend aus ein bis zwei Solarmodulen mit einer Leistung von 300 bis 600 W(p), die mit einem Inverter für die Einspeisung in das Hausnetz mit Hilfe einer Einspeisesteckdose ausgerüstet sind. Diese Anlagen können neben dem Dach auch im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon, auf einem Carport oder auch an der Fassade montieren werden. Scheint die Sonne und wird im Haushalt Strom verbraucht, senken die 300 bis 600 W(p) großen Anlagen den Strombezug. Wird im Haushalt kein Strom verbraucht, geht der Produktionsüberschuss, wie bei „großen“ PV-Anlagen, ins Stromnetz. Die Zahl der in Deutschland installierten Anlagen wird bereits auf 30.000 geschätzt. Allerdings haben Untersuchungen im Rahmen des Innovationsfonds-Projektes „Mikro-PV“ gezeigt, dass trotz der geringen Leistungen der Anlagen nur etwa die Hälfte des erzeugten Stroms im eigenen Haushalt verwendet werden kann, denn oftmals fallen die Zeiten der PV-Stromproduktion nicht mit den Zeiten des Verbrauchs zusammen. Tagsüber sind die Anlagenbesitzer z.B. bei der Arbeit, Großverbraucher wie die Wasch- und Spülmaschine werden erst am Abend angeschaltet, wenn der Punkt der höchsten Sonneneinstrahlung bereits über-schritten ist. Im Projekt soll daher versucht werden, die Eigennutzungsquote des in Mikro-PV-Anlagen erzeugten Stroms durch Batteriespeicher zu erhöhen. Dabei ist der Batteriespeicher einer Mikro-PV-Anlage so auszulegen, dass er einerseits eine deutlich höhere Nutzung des eigenerzeugten Stroms erlaubt, andererseits aber nicht zu groß und damit teuer ausgelegt wird. Somit wäre es sinnvoll, vorhandene Bauteile einer Mikro-PV-Anlage, wie z.B. Mikro-Inverter und Einspeisesteckdose für das Gesamtsystem aus PV-Anlage und Batterie mit zu nutzen, also anders als bei „großen“ PV-Anlagen für die Batterie keinen separaten Wechselrichter vorzusehen. Bei der Wahl der Batterie ist entweder eine günstige und robuste Technik zu wählen oder vorhandene Batterien z.B. von Elektrokleinfahrzeugen (eBikes, eRollern) ein-zusetzen. Gelingt dies, ließe sich ein Mikro-PV-Batteriesystem sehr wirtschaftlich betreiben, was zu einer weiteren Verbreitung dieser Systeme führen würde.