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Wetterbasierte Gebäudesteuerung in Lörrach

Gebäudeleittechnik beruht bisher meist auf Temperatur- oder Lichtsensoren. Automatisierte Systeme lüften nachts und steuern die Jalousien abhängig vom Sonnenstand. Um diese Systeme noch effizienter zu machen, erprobte die Freie Evangelische Schule Lörrach nun ein Modell, das Wetterprognosen in die Gebäudesteuerung miteinbezieht. Die Lörracher Firma Delzer Kybernetik GmbH evaluierte hierbei das Gebäude zuerst energetisch und integrierte dann ortsgenaue Wettervorhersagen in ihre Gebäudeleittechnik. Weiß das System, wie warm es am folgenden Tag werden soll, kann es je nach Bedarf in der Nacht lüften oder die Fenster geschlossen halten. So kühlen die Klassenräume nicht unnötig aus. Je nach Wolken- und Sonnenprognose fahren die Jalousien herunter und reagieren damit flexibler als einfache Lichtsensoren.

Anstatt fester Schwellenwerte für Licht und Temperatur verwendete die Schule außerdem ein dynamisches Gebäudemodell. Dieses integriert neben der Wetterprognose auch Gebäudestandort und Nutzerverhalten und kann damit Faktoren wie Nachtfröste oder die thermischen Eigenschaften des Gebäudes nutzen oder kompensieren. So ist jederzeit ein angenehmes Raumklima von 19-22 °C garantiert, ohne dass Heizung oder Klimaanlagen unnötig Energie verbrauchen. Das Lörracher Model ist erfolgversprechend für andere Schulen und Bürogebäude, die Komfort, Klimaschutz und finanzielle Vorteile verbinden möchten.

Projektdaten

Projektnummer 2011-05
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Freie evangelische Schule Lörrach
Laufzeit Februar 2011 bis Ende 2014
Zuschuss 35.925

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

baum20g - Stärkung der Resilienz von Stadtbaumen im Zeichen des Klimawandels durch ein integriertes und vernetztes urbanes Baumquartiers- und Wassermanagement für Offenburg
Offenburg

baum2Og - Wassermanagement für Stadtbäume

Um die aus zahlreichen Gründen vorteilhaften Stadtbäume zu schützen, will die Stadt Offenburg mit diesem Projekt ein vernetztes Wassermanagement sowie Messinstrumente für eine optimale Bewässerung etablieren. Gleichzeitig sollen bewusst Baumarten für die Stadtbegrünung ausgewählt werden, die dem sich verändernden Klima gewachsen sind. Eine der größten Herausforderungen, denen Stadtbäume aktuell ausgesetzt sind, ist der Klimawandel. Gerade die letzten drei Sommerperioden haben gezeigt, dass es tendenziell immer wärmer und trockener wird. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge wird zunehmend durch lokale Extremereignisse beeinflusst. Hierdurch werden Stadtbäume besonders belastet. Die innerstädtischen Standortbedingungen sind aufgrund von Wärmespeicherung und -abstrahlung durch Gebäude und versiegelte Flächen sowie aufgrund von Nutzungsdruck und Verkehrsbelastung ungleich schwieriger als in freier Natur. Zusätzlich beeinträchtigen verschiedene Erkrankungen ein nachhaltiges und gesundes Wachstum der Bäume. Stadtbäume haben viele wichtige Funktionen: sie verbessern die Luftqualität und spenden Schatten, wodurch sie für ein angenehmeres Klima in der Stadt sorgen. Außerdem bieten Stadtbäume Lebensraum für zahlreiche Tiere und tragen somit zum Erhalt der Biodiversität bei. Ein System für eine resiliente Stadtbaumbepflanzung, die den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist und in ihrer Struktur auch vor temporär auftretenden Krankheiten und Schädlingen gefeit ist, wird somit immer wichtiger. Das Projekt baum2Og verfolgt deshalb zum einen das Ziel, durch ein integriertes und vernetztes (Regen-) Wassermanagement eine Grundlage zur zukünftigen Sicherung der städtischen Grünräume und Bäume zu erreichen. Nach dem Prinzip der Schwammstadt soll die Verknüpfung von Stadtgrün als urbaner grüner Infrastruktur mit dem urbanen Wasserhaushalt erfolgen. Dazu soll das auf versiegelten Flächen des Straßenraums oder Dachflächen öffentlicher wie privater Gebäude anfallende Niederschlagswasser in angrenzenden Grünräumen genutzt werden. Auf diese Weise soll Wasser so lange wie möglich im Stadtraum gehalten und nutzbar gemacht werden. Das stetige Bevölkerungswachstum erfordert bauliche Nachverdichtung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an urbane Freiräume, inklusive der Förderung von Biodiversität. In diesem Spannungsfeld gilt es, die genannte „Wasserstrategie“ zu implementieren. Dies kann nur gelingen, wenn die drei infrastrukturellen Aspekte Bauwerke, Regenwassersystem und Grünanlagen integriert und ganzheitlich betrachtet werden. Ferner bedarf es einer Vernetzung, indem bei der Anlage neuer oder der Sanierung bestehender Baumquartiere Messinstrumente installiert werden, die über Sensoren Temperatur und Feuchtigkeit in verschiedenen Schichten erfassen und digital an eine Leitstelle (technische Betriebe) übermitteln. Hierdurch sollen die nötigen Bewässerungsgänge optimiert und dauerhaft Ressourcen wie Finanzmittel und Wasser eingespart werden. Ein weiteres Ziel besteht in einer Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Stadtbäume an die neuen Herausforderungen. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist hierbei die Auswahl von Bäumen, die mit verlängerten Hitze- und Trockenperioden zurechtkommen. Gerade hier in der Region des Oberrheins können wir uns heute jedoch leider nicht mehr auf ortstypische Arten beschränken, sondern müssen verstärkt klimaresistente Arten aus südlicheren Regionen pflanzen.