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Klimagarten beim Naturzentrum Rheinauen

Wärmere Winter, heißere und trockenere Sommer, sowie häufigere und heftigere Stürme beeinflussen auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Auf einer ehemaligen Erdaushubdeponie bei Rust entstand nun ein Klimagarten, der diesen Wandel dokumentiert und Strategien aufzeigt. Der Garten ergänzt das 2010 eröffnete Naturzentrum Rheinauen im Naturschutzgebiet Taubergießen. Im Garten erfahren die Besucher, wie sich verschiedene Tiere und Pflanzen verhalten, wenn sich das Klima ändert und was dies für die regionale Biodiversität bedeutet. Vogel- und Fledermausnistkästen sowie 'Insektenhotels', z. B. von Schmetterlingen bevorzugte Strauchsorten, sorgen dafür, dass sich heimische Arten ansiedeln. Am anliegenden Allmendsee veranschaulichen Tümpel verschiedene Klimazonen. Die dort angebauten Korbweiden sind Rohmaterial für Uferbefestigungen oder für die ebenfalls angebotenen Korbflechtkurse. Die Besucher können die Wetterstation oder die nachgebaute Biberburg besichtigen, an Klimaworkshops und -ralleys teilnehmen oder sich in den Ruhezonen in Naturliegen entspannen. Ein Windkraftrad, Solar- und Photovoltaikanlage auf dem Dach des Naturzentrums und ein Wasserrad demonstrieren, wie man Energie aus regenerativen Quellen gewinnt.

Für das Projekt, das in dieser Form in Deutschland bisher einzigartig ist, arbeitete die Gemeinde Rust mit Vereinen, Naturschutzorganisationen und Schulen zusammen. Mit Klimagarten und Naturzentrum trägt die Gemeinde durch einen sanften Naturtourismus zum Erhalt der regionalen Natur- und Kulturlandschaft bei.

Projektdaten

Projektnummer 2011-03
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Gemeinde Rust
Laufzeit Januar 2011 bis Dezember 2014
Zuschuss 52.333

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Entwicklung eines Emissionsbilanzierungs-Managementsystems auf Basis von Primär-, Echtzeit- und Sekundärdaten wichtiger kommunaler Verbrauchsstellen am Beispiel der Gemeinde Mühlheim
Mühlheim a.d. Donau

Emissionsbilanz in Echtzeit für Kommunen

Die Kommunen spielen eine wichtige Rolle wenn es darum geht, Klimaschutzziele zu erreichen. Viele von ihnen haben deshalb in den letzten Jahren Klimaschutzkonzepte erstellt. Dafür ist es grundlegend zu wissen, wie viel Energie die einzelnen Sektoren und Ortsteile verbrauchen und wie viel CO2 sie ausstoßen. Die hierfür benötigten Daten sind aber oft veraltet, unvollständig oder liegen in unterschiedlichen Formaten vor. Viele Kommunen greifen deshalb auf statistische Werkzeuge zurück, die nur Durchschnittsdaten darstellen, nicht aber den wirklichen Zustand. So können die Bürger nur schlecht nachvollziehen, welche Effekte erzielt werden. Die Gemeinde Mühlheim an der Donau erstellt deshalb in Kooperation mit badenova und der Schweizer Klimaschutzstiftung myclimate erstmals ein Messsystem, dass alle Datenquellen in Echtzeit integriert und so den aktuellen Verbrauch und Veränderungen anzeigen kann. Dazu kombiniert das Projekt verschiedene Systeme. Ein Geoinformationssystem erlaubt es, die einzelnen Messorte einer Karte zuzuordnen. Das Performance Management System 'DoCOUNT' sammelt alle wichtigen ökologischen und ökonomischen Daten und überprüft diese. Es kann verschiedene Bereiche vergleichen und Emissionswerte berechnen. Das Projekt ist zunächst auf zehn gemeindeeigene Liegenschaften begrenzt. Aufgeteilt in unterschiedliche Subsysteme, sind sie Ziel einer Machbarkeitsstudie. Anschließend installiert die Gemeinde dort Messquellen, welche die Daten in Echtzeit an das Performance Management System weitergeben. Liegen die ersten Daten vor, können die Verantwortlichen das technische Konzept weiter optimieren und die Liegenschaften präziser aufteilen. Die Vorteile für die Gemeinde sind vielfältig und gut auf andere Kommunen übertragbar: Die Mühlheimer haben eine exaktere Übersicht darüber, wie wirksam einzelne Klimaschutzmaßnahmen sind und können jederzeit Schwachstellen analysieren sowie Emissionen und Energieverbrauch überprüfen. Wenn mehrere Gemeinden das Konzept nutzen, können sie außerdem verschiedene Sektoren direkt vergleichen.