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Wie betreibt man Mini-KWK-Anlagen optimal?

Minikraftwärmekopplungsanlagen leisten bis zu 15 Kilowatt und eignen sich besonders dafür, kleinere Mehrfamiliengebäude zu heizen. Zwar ist das Ergebnis – Wärme und Strom – bei allen Geräten das gleiche, die verschiedenen Typen unterscheiden sich aber durch ihre Antriebsweise. Während in Brennstoffzellen eine elektrochemische Reaktion abläuft, nutzen andere Mini-KWK das klassische Motorenprinzip um einen Kolben anzutreiben. Auch beim Brennstoff sind die Optionen vielfältig: Brennstoffzellen brauchen hochwertig aufbereitetes Gas, Stirlingmotoren hingegen arbeiten mit einer Vielzahl von Brennmaterialien.

In einer Simulationsrechnung, die den Verbrauch eines Fünfpersonenhaushaltes nachahmte, untersuchte das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme (ISE), wie wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll die verschiedenen Systeme sind. Dazu verglichen sie den Anteil, den die Anlagen zum Strom- und Primärenergiebedarf eines Hauses leisteten. Außerdem entwickelten die Experten ein Betriebsführungssystem, das hilft, die Versorgung sowohl im strom- als auch im wärmegeführten Betrieb sicherzustellen.

Projektdaten

Projektnummer 2002-05
Projektart Forschung und Studien
Projektträger Fraunhofer ISE
Laufzeit November 2002 bis März 2004
Zuschuss 150.515

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

ReferNz
Freiburg

Rechenmodell zur Stickstoffprognose

Dass ein Übermaß an Düngemittel dem Grundwasser und dem Klima schadet, ist lange bekannt. Seit den 1970ern nutzen Landwirte den Nitratinformationsdienst NID, um abzuschätzen, wie viel Dünger sie für eine bestimmte Fläche brauchen. Basierend auf Durchschnittswerten aus Bodenproben, ist der NID jedoch nur beschränkt aussagekräftig. Inzwischen ermöglichen die Fortschritte im IT-Bereich exaktere Modelle und Prognosen. Durch Analysen im Wasserschutzgebiet Hausen erarbeitetete die Agentur für Nachhaltige Nutzung von Agrarland (ANNA) zusammen mit Badenova das Rechenmodell ‚RefereNz’. Damit ist es möglich, anhand der analysierten Referenzflächen in Echtzeit vorherzusagen, wie sich die Nitratwerte für eine bestimmte Landparzelle entwickeln. Die Landwirte gaben dafür in eine internetbasierte Plattform unter anderem ein, wie sie ihr Bodenstück bepflanzen, bearbeiten und düngen. Um die Situation zu analysieren, nutzte das System die Modellsoftware Expert-N, die simulierte, wie sich der Stickstoffhaushalt während eines ganzen Jahres entwickelte. Um den Landwirten zu helfen, sich schnell in dem neuen System zurechtzufinden, bezogen die Experten sie von Anfang an in das Projekt mit ein und veranstalteten zusammen mit Vertretern von Behörden, der Wasserwirtschaft und IT-Experten zwei Workshops. Obwohl das Modell zunächst nur für Mais entwickelt wurde, lässt es sich mit den entsprechenden Daten und Analysen leicht auf andere Kulturpflanzen übertragen. Indem es in Zukunft ermöglicht, bedarfsorientiert zu düngen, schützt RefereNz das Grundwasser und mindert Klimagase wie CO2, Lachgas oder Ammoniak, die beim Düngen entstehen.

Wertbildung zu Leistungen nachhaltigen Wirtschaftens der Landwirtschaft in der Region im Dialog mit der Gesellschaft
Eichstetten

Dialog mit der Gesellschaft zu nachhaltiger Landwirtschaft

Für nachhaltiges Wirtschaften werden landwirtschaftliche Betriebe bisher kaum honoriert. Die Regionalwert AG Freiburg sorgt mit ihrem Leistungsrechner dafür, dass der Mehraufwand für Umweltleistungen finanziell vergütet werden kann und möchte mit diesem Projekt die Wertsetzung der Gesellschaft stärker in die Berechnung einfließen lassen. Die Landwirtschaft soll nach dem Willen der Gesellschaft nachhaltiger wirtschaften: Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bundesbürger*innen bereit wäre, einen höheren Preis für ihre Lebensmittel zu bezahlen, wenn dafür Leistungen für die Umwelt und das Tierwohl erbracht würden. Mitte Oktober 2020 hat die EU-Agrarministerkonferenz eine Öffnung der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) für mehr leistungsorientierte Ausgleichszahlungen beschlossen. Diese Ausgangslage soll genutzt werden, um Methoden und Instrumente für den gesellschaftlichen Aushandlungsprozess über Wertigkeiten landwirtschaftlicher Leistungen für Umwelt, Gesellschaft und regionale Resistenz zu entwickeln und praktisch zu erproben. Die Regionalwert AG Freiburg hat in Zusammenarbeit mit dem Agronauten e.V. in ihrem Projekt „Richtig rechnen in der Landwirtschaft“, das vom badenova Innovationsfonds gefördert wurde, eine Methodik zur Erfassung und Bewertung landwirtschaftlicher Leistungen in den Kategorien Soziales, Ökologie und Regionalwirtschaft ausgearbeitet. Anhand von ca. 150 Leistungsfaktoren werden die Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft in einem definierten Prozess einzeln bewertet. Das Bewertungsschema ist unterteilt in die vier Einflussgrößen a) wissenschaftliche Kennzahlen von Schadenssummen und Vermeidungskosten, b) empirische Werte wie Benchmarks, c) Angaben von landwirtschaftlichen Praktiken und d) gesellschaftliche Wertsetzungen. In einem Folgeprojekt will nun die Regionalwert AG Freiburg die spezielle Einflussgröße d) gesellschaftliche Wertsetzung für eine größere Zahl von Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen zugänglich machen und ihr Werturteil in die Leistungsberechnung einbeziehen. Dazu werden digitale Instrumente ausgewählt und eingesetzt. Durch das Projekt soll auch herausgearbeitet werden, welchen Einfluss Wissen über Landwirtschaft und Umwelt, Alter und geografische Verortung (Stadt oder Land) auf die Wertsetzungen haben. Die Proband*innen werden in drei Gruppen à 200 votierenden Personen aufgeteilt: a) kein Wissenstransfer vor der Umfrage, b) einfache Erläuterung in Online-Seminaren und c) Workshops mit Dialog mit den Proband*innen. Das Projekt wird in 2021 durchgeführt werden. Der Agronauten e.V., der Ernährungsrat Freiburg und die Bio-Musterregion werden als Projektpartner einbezogen. Die Ergebnisse werden im Regionalwert-Leistungsrechner verwendet. Der Regionalwert-Leistungsrechner wird 2021 in verschiedenen Regionen Deutschlands und der Schweiz eingesetzt und dabei wissenschaftlich begleitet. Das Projekt dient auf mehrfache Weise dem Klima- und Wasserschutz: die Bevölkerung erhält Wissen über die komplexen Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Arbeit und Umwelt, durch die Wertsetzung wird Bewusstsein über den Wert dieser Arbeit geschaffen, und letztlich wird durch die Monetarisierung der Werte die Voraussetzung für eine finanzielle Vergütung von Nachhaltigkeitsleistungen der Landwirtschaft geschaffen. +++ Ab sofort dürfen sich Proband*innen, die bei der Erhebung mitmachen wollen, bei der Projektleiterin Frau Dr. Jenny Lay-Kumar melden. Grundsätzlich kann sich jeder melden. Bei den Teilnehmenden wird darauf geachtet, um ein breites Meinungsbild zu bekommen, dass diese möglichst vielfältige Hintergründe haben. Die Anmeldung zur Teilnahme der Umfrage unter wertbildung@regionalwert-ag.de +++